die Reise zu den Fumufutten

 

Eines Nachts, Lillie schlief unruhig und hatte einen Traum ,  ging sie an einem seltsamen Strand entlang. Wilde Apfelbäume umrandeten den Strand. Das Meer war olivgrün und , wenn man in die Ferne sah, hatte es eine goldene Tönung. Ein lauer Wind strich sanft über ihre Wangen.Lillie spürte das Verlangen, ihre Schuhe auszuziehen und in diesen olivgrünen  Wellen am Strand entlangzulaufen, immer weiter und weiter bis zu den schwarzen Felsen , die sich in der Ferne erhoben, so fern,dass sie winzig aussahen und doch konnte man ihre gewaltigen Ausmaße erahnen. Der Himmel über diesen Bergen war blutrot und kleine weisse Wolken flogen an ihm dahin. Sie hatte das Gefühl zu schweben, so als könnte sie sich , ohne sich anzustrengen in diesen Himmel erheben und zu diesen Bergen fliegen. Die wilden Apfelbäume trugen gerade Früchte, es waren schwarze, duftende Äpfel. Zögernd ging Lillie zu einem Baum und pflückte  einen Apfel. Sie biss mit einer Gier hinein, die sie vorher noch nicht gekannt hatte. Das Fleisch war zart und schmeckte eigenartigerweise nach Erdbeeren, die sie so gerne ass. Plötzlich jedoch flog ein Schatten über sie hinweg, er war so groß, dass sie vor Schreck den Apfel fallenließ. Ein Bein von der Größe eines Hauses erschien neben ihr, aber die Erde bebte nicht ,  sie spürte keine Erschütterung, als es den Erdboden berührte. Langsam, wie in Zeitlupe drehte sie sich zu diesem Bein herum, ihre Haare flogen an ihrem Gesicht vorbei, so das sie zuerst nichts erkennen konnte. Dann hob sie den Kopf und verrenkte sich bald den Nacken. Ein riesiges Auge sah sie an.es war türkisgrün und hatte lange, wellenartige Wimpern aus dem schönsten Blau, das sie je gesehen hatte. Sie wollte etwas zu diesem wunderschönen Geschöpf sagen, aber sie wachte auf und war unendlich traurig darüber. Lange lag sie wach und grübelte, was dieser Traum wohl zu bedeuten hatte. Tränen liefen über ihre Wangen und sie hatte das Gefühl, ihr ganzes Leben zieht an ihr vorüber. Die Wirklichkeit nahm sie nicht mehr wahr.

Dann schlief sie endlich wieder ein und hatte einen neuen , sich anschliessenden , völlig realen Traum , indenm sie sich selbst sah und sich sprechen hörte mit einer leisen , melodischen , glockenklaren Stimme , so , als ob sie jemandem von Ihrem Traum erzählte :

Die Zeit , die jetzt um mich herum verstreicht ist so relativ , wie der Regen , der vom Himmel fällt . Sie vergeht oder bleibt stehen , wie es ihr gefällt  , keine Konstante  und keine Ordnung gibt es in diesem Universum . Der Baum vor meinem Fenster ist innerhalb weniger Tage ergrünt und kein Regen und keine Kälte kann ihn davon abhalten  , seine Zeit ist nun gekommen . Gedanken umschwirren mich , wie Bienen , die ab und zu stechen wollen  , man muss ihnen ausweichen , um Ruhe zu haben , und wenn die Ruhe da ist , will ich sie nicht . Alles , was ich heute denken darf , ist , lass es nicht sein , lass es nicht zu , lieber Gott , lass es nicht zu . Alles , was ich weiss , ist , dass das Ende vieleicht schon vorbereitet ist  , blaue und gelbe Wolken ziehen  an mir vorüber . Die gelben Wolken senken sich auf mich herab und verbreiten einen unsäglichen Gestank . Das grosse Bein des Tieres setzt sich wieder neben mich in den Sand . Meine Augen gleiten an seinem seidenen Körper entlang und ich muss den Kopf wieder in den Nacken legen , ein Gefühl von großer Zärtlichkeit ergreift von mir Besitz und ich denke , nun habe ich Dich wieder , mein großes , kleines , merkwürdiges  Krückenviech . Deine wunderschönen  türkisfarbenen Augen sehen mich an und ein Hauch von Abenteuer überkommt mich im Traum . Meine Beine fangen an zu laufen und ich renne am Strand entlang . Im Laufen hebe ich mich ab und fliege im grünen Wind dahin . Mein weißes Kleid aus Seide , das sich weit um meinen schlanken , weissen Körper  webt , fliegt in der Luft um mich herum und an mir vorüber . Ein grüner , geflochtener Zweig , durchsichtig und duftend, rankt sich um meinen Hals . er ist so lang, dass er sich bis zum Hals des Krückenviechs schlängelt und er duftet nach grüner Orchidee und Vanille . Dieser Duft ist so berauschend , wie ein kühles Glas Champagner , der die Sinne verzaubert . Das Krückenviech bewegt mich wie ein Spielzeug und ich lasse mich bereitwillig darauf ein , denn ich weiss , es liebt mich ...

in der Kammer