Fortsetzungsroman Franz

Kapitel 2 / Seite 2

Nun dauerte es nicht mehr lange und der Krankenwagen fuhr , öfter mal haltend , durch eine Stadt . Das merkte Franz , denn er konnte zwar nicht aus dem Fenster sehen , aber er sah die Ampeln und das versetzte Ihn in eine freudige Stimmung . Von vorn rief der Fahrer durch die Luke , wir sind gleich da , können sie schon die salzige Luft riechen ? Ja , rief er und es ging Ihm gleich besser . Nach zehn Minuten hielt der Wagen und der Fahrer stieg aus  . Er sprach mit einem Mann , Franz konnte nur hören , ja hier rechts und dann gleich da vorn . Aha , gut , nun sind wir da . Die Tür wurde aufgerissen und ein Pfleger und der Fahrer standen an der Tür und der Pfleger  begrüßte Franz mit den Worten Moin , Moin , na dann wolln wir mal . Und sie hievten Franz mitsamt dem Bett aus dem Auto . Er holte tief Luft und sagte , wie von selbst , Moin , Moin . Die beiden , Pfleger und Fahrer , nachdem sie sein Gepäck ins Unterbett gepackt hatten , gingen schiebend und plaudernd auf den Eingang der Reha - Klinik zu . Sie schoben Ihn  in einen 10 - stöckigen Neubau mit Drehtür und modernster Ausstattung  . Die Aufnahme sah aus wie die Rezeption eines 4 - Sterne Hotels und die Palmen und die leise Musik erinnerten eher an einen Urlaubsaufenthalt als an eine Reha - Einrichtung  . An der Rezeption hatte man ihn schon erwartet und eine sehr hübsche , blonde , junge Frau , nachdem sie ihn mit moin , moin begrüßt hatte , fragte , wie es ihm gehe und ob er eine angenehme Anfahrt gehabt habe . Oh , wie nett , dachte Franz , das wird bestimmt toll hier . Sie hieß Frau Kaja , wie aus ihrem Namensschild hervorging und erledigte die Formalitäten mit dem Fahrer , der auch seine Papiere vorlegte . Nun wurde ihm von Frau Kaja alles Wissenswerte erklärt und währendessen ging der Fahrer einen Kaffee trinken aus dem Automaten an der Ecke  , behielt aber seinen Schützling immer im Blick . Das bemerkte Franz und konstatierte , aha , er ist noch nicht ganz fertig mit mir , denn er wollte ihm noch 5 Euro geben , die er schon in der Hosentasche hatte . Er hatte nun alles erfahren , was er wissen wollte und Frau Kaja sagte , gleich kommt eine Kollegin und bringt sie in Ihr Zimmer , es liegt im 9. Stock und hat Seeblick , ich hoffe , es ist ihnen recht . Oh , ja , natürlich sagte er , vielen Dank , ich freue mich auf den Aufenthalt bei ihnen . Ach , Herr T. rief Frau Kaja , wenn sie wollen , können sie noch Mittagessen , es gibt heute Zander . Aber Franz verneinte , er wollte nur noch auf sein Zimmer und so bald wie möglich allein sein . Ausserdem wollte er auf den Balkon und das Meer sehen . Eine kleine , rothaarige  , zierliche Frau kam völlig ausser Atem zu Rezeption gelaufen und rannte Franz , der schon im bereitgestellten Rollstuhl saß , fast über den Haufen  . Entschuldigen sie  , sind sie Herr T . ?  Ja , sagte er und wurde rot . Ich bin Frau Berger , Ihre Physiotherapeutin und ich bringe sie auf ihr Zimmer , ich hatte gerade Zeit und dachte , ich stell mich mal gleich vor , da wir viel Zeit miteinander verbringen werden , also schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe . Sie grüßte Frau Kaja und  fragte Franz , ob er soweit sei , ja , sagte er , ich muss mich nur noch von Herrn Santer verabschieden , der mich so nett hierhergebracht hat . Nachdem nun alles erledigt war , schob Frau Berger den Rollstuhl zum Fahrstuhl und während sie fuhren , wagte er noch einen verlegenen Blick und ein Lächeln , wie zart sie ist , dachte er , man möchte sie immerzu beschützen . Sie bemerkte seinen Blick und errötete auch ganz leicht , aber beherzt begann sie von den Einrichtungen zu erzählen und dem ersten Termin , der schon morgen sein sollte . Im 9. Stock angekommen , öffnete sie die Tür und schob ihn in den sonnendurchfluteten Raum . Da begann er sich zum erstenmal seit langer Zeit wieder wohlzufühlen und lächelte ...Franz Kapitel 2