Franz 4

Als  Franz aus der Tür war und die Untersuchung hinter sich hatte , atmete er erst einmal auf , er wußte nun , heute hatte er seine erste Lymphdrenage  und morgen früh ging dann sein regulärer Plan los mit Physiotherapie und das war das Wichtigste  - mit Franzi ! Also nahm er sich vor , nach dem Termin um 13 Uhr , an den Strand zu fahren und ein wenig die Gegend zu erkunden . Er brauchte dringend frische Luft , denn Franz , das Inselkind , der immer draußen aufgewachsen war , brauchte viel frische Luft , und wenn er das nicht bekam , wurde er mürrisch... Aber erst hatte er nun zwei Stunden Zeit , um sich umzusehen und um Mittag zu essen ... Franz war das Mittagessen nie so wichtig gewesen , denn er war , wie man das so schön sagt , eher der Süsse Typ .Also , es ging Ihm ganz gut und er fuhr zum Fahrstuhl . Als er in der Eingangshalle ankam , saßen schon einige Männer und Frauen in Jogginganzügen an einem grossen Tisch und unterhielten sich . Sie schienen auf etwas zu warten und dann sah er auch , worauf sie warteten , sie hatten ein Seminar und noch 10 Minuten Zeit . Er konnte es an den Gesprächen hören , aber Franz hielt sich nicht auf und fuhr an Ihnen vorbei zum Ausgang , der mit einer Drehtür für Ihn als Rollstuhlfahrer nicht geeignet war , aber es gab eine Tür , die mit einem Druckschalter geöffnet werden konnte und ganz schnell war er draussen . Im Vorbeifahren hatte er noch einige Blicke aus den Augenwinkeln bemerkt , die Ihn beobachteten , und ein Gefühl von Stolz , allein den Weg geschafft zu haben , begann Ihn zu erfüllen . So langsam kam Ihm der Gedanke , daß diese Einrichtung Ihr Eigenleben führte , wie ein Krankenhaus zum Beispiel...Die frische Luft belebte mit einem Schlag seinen Geist und er war hellwach . Eine riesige , mit Schmucksteinen verzierte Terasse erstreckte sich bis zur gegenüberliegenden Strassenseite , auf der sich einige Geschäfte befanden . In nördlicher Richtung breitete sich die lange Uferoromenade aus , die mit vielen Restaurants , Cafes und Souvenirläden bestückt war , daran schloss sich eine riesige , aus Holz gebaute Brücke an , die bis weit über den Strand hinaus reichte , dann kam ein breiter Streifen Sand , aber es sah nur so aus , denn es war gerade Ebbe und das Meer weit weg ...Eine leichte Brise kam vom Meer her und fegte Franz die Haare ins Gesicht , wie schön , dachte er und fuhr einfach immer weiter mit seinem Rollstuhl , ein wenig kam er sich ungelenk vor , aber so allmählich lernte er mit dem Gefährt umzugehen und auf den Holzbohlen klang es wie eine Eisenbahn , als er in Richtung Strand fuhr . Es war doch noch recht kühl und so machte er seinen Reißverschluß bis zum Kinn zu und schnürte seinen Schal fester . Bestandsaufnahme , sagte er zu sich selbst - körperlich - es geht mir gut bis auf ein paar Schmerzen , die aber gut eingestellt sind , er fühlte sich aber ganz wohl - seelisch - na ja , eine ganz neue Situation , er beschloss ,alles auf sich zukommen zu lassen und sich der neuen Herausforderung zu stellen...Er suchte sich eine windstille Ecke und gab sich den Sonnenstrahlen , die schon wärmten , hin ...Er genoss die Sonne , die leichte Brise und das Rauschen des Meeres in der Ferne , das Kreischen der Möwen , den salzigen Geruch und die Einsamkeit . Endlich musste er nicht mehr reden , immer reden und  immer etwas sagen , das war Ihm zuviel . Franz war zwar ein geselliger Mensch , aber es war  Ihm wichtig , sich zurückziehen zu können , um mit seinen Gedanken allein zu sein . Wie liebte er es , seinen philosophischen Gedankengängen nachzuhängen , warum ist das Sein - ist es Zufall , Chaos oder ein Plan - wovon ist die Existenz des Menschen abhängig . Wie wäre es ,wenn ein unschuldiges , neugeborenes Baby in eine nichtzivilisierte Welt ohne Gesellschaftsordnung hineingeboren wird - nur von Natur umgeben und ohne menschliche Einflüsse , wäre es möglich , ein Wesen zu generieren , das unabhängig von Zeit und Raum existiert  und wie würde es reagieren ? da kommt schon wieder der Forscherdrang der Menschheit durch , alles will der Mensch wissen , es ist ein Kreislauf , der Neugier kann man sich nicht entziehen . Und letztlich , ist der Mensch doch ein "geselliges Tier " und auf andere Menschen angewiesen ? Es wurde zu kompliziert , seine Gedanken verwirrten sich und Franz hatte keine Lust mehr , zu sinnieren , so  weit , so gut , er sah zur Uhr und bemerkte , dass es Zeit zum Mittagessen war , also gut , dachte Franz , stürzen wir uns in das nächste Abenteuer  , das Essen ... mal sehen , mit wem ich am Tisch sitze und ob es schmeckt , ein wenig Hunger habe ich schon ...Fortsetzungsroman Fr